Hasenverwandte (Lagomorpha)

2 Familien, 12 Gattungen, 91 Arten. Verbreitung weltweit außer Madagaskar, Antarktis und südliches
Südamerika. Diese von den Nagetieren u. a. durch das Vorhandensein eines zweiten Paars
Schneidezähne im Oberkiefer („Stiftzähne“) unterscheidbaren Säugetiere spielen in der
Zootierhaltung eine untergeordnete Rolle. Neben der regel- mäßigen Zurschaustellung von
Hauskaninchen in Kinderzoos werden nur vereinzelt Vertreter der beiden Familien Pfeifhasen und
Hasen gezeigt.

Pfeifhasen (Ochotonidae): 1 Gattung, 30 Arten. Haltung in Zoos und privat. In USA werden Pfeifhasen
als Labortier genutzt. Die Tiere sind etwa meerschweinchengroß und haben im Vergleich zu den
anderen Hasenartigen kurze, rundliche Ohren. Sie kommen in Asien und im westlichen Nordamerika vor.
Hasen (Leporidae): 11 Gattun- gen, 61 Arten. In Zoos werden 3 einheimische Arten gehalten: Feldhase
(Lepus europa- eus), Schneehase (Lepus timidus) und Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus).

16.1 Gehegeanforderungen

Die Haltung von europäischen Hasen und Wildkaninchen erfolgt in Außengehegen. Pfeifhasen können in
Außen- oder Innengehegen gehalten werden.
Raumbedarf
Außengehege:
Hasen: 20 m2 pro Paar, für jedes weitere Tier 10 m2 mehr.

Wildkaninchen: 10 m2 pro Paar, für jedes weitere Tier 2 m2 mehr.
Pfeifhasen: 2 m2 pro Tier mit der Möglichkeit, mehrere Gehege zu kombinieren. Alter- nativ ist eine
Haltung in größeren, gut strukturierten Außengehegen möglich.

Innengehege: Bei Haltung von Pfeifhasen im Innengehege Maße wie Außengehege.

Gehegeeinrichtung
Hasengehege brauchen als Boden gewachsenen Boden oder ein geeignetes Substrat wie Sand, Rindenmulch
u. ä. Deckung ist erforderlich, geeignet sind Büsche und kleine Bäume. Kaninchen sollen einen
Kunstbau haben oder die Möglichkeit, selbst einen Bau zu graben. Zusätzlich sind ihnen Baumstümpfe
und andere Versteckmög- lichkeiten anzubieten. Pfeifhasen sind Schlafboxen und
Versteckmöglichkeiten anzu- bieten; Innengehege sind mit Sand einzustreuen.
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Gehegebegrenzung
Durch Mauern, Glas oder Gitter; bei Kaninchen mit Untergrabschutz.
16.2 Klimatische Bedingungen

Die in Europa üblicherweise gehaltenen einheimischen Arten sind nicht temperatur- empfindlich und
können ganzjährig im Freien gehalten werden, wenn eine trockene Rückzugsmöglichkeit, bei
Wildkaninchen ein frostfreier Bau, vorhanden ist.

16.3 Haltungsansprüche

Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Feldhasen sind Einzelgänger und in der Regel ein- zeln oder ggf.
paarweise zu halten. Schneehasen sind etwas sozialer und können ggf. in kleinen Gruppen gehalten
werden. Pfeifhasen sind im Prinzip einzelgängerisch, in ausreichend großen und gut strukturierten
Gehegen können jedoch auch mehrere Tiere gehalten werden. Wildkaninchen bilden Kolonien und sollten
in Gruppen gehalten werden.

Hasen und Kaninchen können mit Huftieren (z. B. Hirsche, Rinder) und Vögeln (z. B. Eulenarten,
Kraniche), Pfeifhasen z. B. mit Murmeltieren oder Pferdespringern verge- sellschaftet werden.
Lebensraumbereicherung: –

16.4 Tierbestandsmanagement
Der Natur entnommene, erwachsene Tiere sind sehr schreckhaft und ihre Eingewöh- nung ist
problematisch.
16.5 Fütterung/Ernährung

Hasen, Wildkaninchen und Pfeifhasen sind reine Pflanzenfresser, die ständig mit Heu und zusätzlich
Gras, Zweigen, Gemüse und Pellets gefüttert werden.
16.6 Pflege und Betreuung

Mensch-Tier-Interaktionen: – Tierärztliche Betreuungshinweise: –
Besonderheiten: –