Hörnchen (Sciuridae)

51 Gattungen, 278 Arten, in deutschen Zoos ca. 25 Arten mit sehr unterschiedlichen Anforderungen,
u. a. aus den Gattungen Eichhörnchen (Sciurus), Streifenhörnchen (Tamias), Gleithörnchen
(Pteromyini), Ziesel (Spermophilus), Murmeltiere (Marmota) und Präriehunde (Cynomys). Gestalt oft
eichhörnchenähnlich, maus- bis murmeltier- groß. Sciuridae kommen weltweit vor mit Ausnahme von
Australien, Neuguinea, Madagaskar und der Antarktis.

15.1.1 Gehegeanforderungen

Hörnchen aus gemäßigten Klimaten (eurasische Baum- und Erdhörnchen wie Sibiri- sche
Streifenhörnchen (Eutamias sibiricus), Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), Murmel- tiere) sind
grundsätzlich in Außengehegen zu halten. Streifenhörnchen können auch in einem Innengehege gehalten
werden, sollten zusätzlich aber ein Außengehege nutzen können.

Für Hörnchen aus subtropischen und tropischen Klimaten sind Innengehege erfor- derlich, zusätzliche
Außengehege werden empfohlen.
Raumbedarf
Außengehege: Kleine, solitär lebende Erdhörnchen, wie beispielsweise Sibirische Streifenhörnchen,
benötigen ein Gehege, das mindestens eine Grundfläche von
0,6 m2 pro Tier aufweist bei einer Länge von mindestens 1 m und mit einer Höhe von mindestens 1 m.
Auch wenn ausnahmsweise 1 verträgliches Paar oder 2 männliche Geschwistertiere zusammen gehalten
werden können, ist jedem Tier ein Gehege die- ser Größe zur Verfügung zu stellen. In diesen Fällen
können die Gehege miteinander verbunden werden, eine sofortige Trennung der Tiere muss aber
jederzeit möglich sein.

Größere Arten, wie Eichhörnchen und Gleithörnchen, müssen in Gehegen gehalten werden, deren Fläche
für 2 Tiere 10 m2 nicht unterschreitet (bei kletternden Arten 2,50 m Käfighöhe), für jedes weitere
Tier sind 2 m2 Grundfläche mehr erforderlich. Für gezüchtete Eichhörnchen, die an Menschen gewöhnt
sind, ist ein Gehege von mindestens 6 m2 für 2 Tiere mit einer Höhe von mindestens 2 m ausreichend.

Die großen Arten, wie Riesenhörnchen (Ratufinae) und große Gleithörnchen, benöti- gen Gehege von
mindestens 30 m3 bei einer Mindesthöhe von 2,50 m für 2 Tiere (Rie- senhörnchen) bzw. 4 Tiere
(große Gleithörnchen).

Ziesel müssen in Gehegen gehalten werden, deren Fläche für 2 Tiere 4 m2 nicht unter- schreitet, für
jedes weitere Tier ist 1 m2 Grundfläche mehr erforderlich. Gehege mit gewachsenem Boden, in den
sich die Tiere tief eingraben können, müssen eine Min- destfläche von 20 m2 aufweisen.

Borstenhörnchen (Xerini) müssen in Gehegen gehalten werden, deren Fläche für
3 Tiere 10 m2 nicht unterschreitet, für jedes weitere Tier sind 2 m2 Grundfläche mehr erforderlich.

Für Präriehunde darf die Grundfläche für 3 Tiere 20 m2 nicht unterschreiten, für jedes weitere Tier
ist 1 m2 Grundfläche mehr erforderlich.

Die Grundfläche für Murmeltiere darf für 3 Tiere 40 m2 nicht unterschreiten, für jedes weitere Tier
sind 5 m2 Grundfläche mehr erforderlich.

Innengehege: Wie Außengehege.

Gehegeeinrichtung
Für Baumhörnchen (Sciurini) und Gleithörnchen sind die Gehege mit reichlichen Klettermöglichkeiten
einzurichten. Es sind mehr Schlafhöhlen und -nester anzubie- ten als erwachsene Tiere vorhanden
sind. Murmeltiere, Präriehunde und andere Erd- hörnchen benötigen Anlagen mit gewachsenem Boden
oder anderem geeignetem Substrat, in das sie sich eingraben können. Alternativ sind künstliche Baue
anzubie- ten. Es soll stets Nestmaterial vorhanden sein.
Gehegebegrenzung
Baum- und Gleithörnchen benötigen allseitig geschlossene Gehege.

Murmeltiere, Präriehunde und andere Erdhörnchen können in oben offenen Gehe- gen mit nicht
überkletterbarer Begrenzung und Untergrabschutz gehalten werden.

15.1.2 Klimatische Bedingungen

Tiere, die ganzjährig in Außengehegen gehalten werden, müssen frostfrei überwin- tern können.
Tropische Hörnchen wie Prevost-Hörnchen (Callosciurus prevostii), Riesenhörnchen etc. sind
mindestens in der Winterzeit in temperierten Innenräumen zu halten. Es sind ihnen punktuelle
Wärmequellen anzubieten.

15.1.3 Haltungsansprüche
Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Die meisten Erdhörnchen sind familien- und kolo- niebildend,
erwachsene Streifenhörnchen sind hingegen einzeln zu halten. Baum- hörnchen leben meist
einzelgängerisch oder bestenfalls in Paaren. Erdhörnchen kön- nen mit Huftieren, Hasen, eventuell
Mangusten, Vögeln und Reptilien vergesellschaf- tet werden.

Lebensraumbereicherung: Durch Futterangebot nach Art und Darreichungsform sowie
Beschäftigungsmaterial, wie Gras, Stroh, Heu, Holzwolle.

15.1.4 Tierbestandsmanagement

Beim Zusammenführen fremder Tiere sollen die aneinander zu gewöhnenden Grup- pen annähernd dieselbe
Kopfstärke haben. Tiere, die einen Winterschlaf halten, sind im Spätsommer oder Frühherbst
aneinander zu gewöhnen.

15.1.5 Fütterung/Ernährung

Die meisten Hörnchen sind Pflanzenfresser, die jedoch ab und an tierisches Eiweiß nicht
verschmähen. Es ist für regelmäßige Gaben von Ästen und anderen harten Materialien zu sorgen, damit
die Tiere beschäftigt sind und die Zähne abgenutzt wer- den können.

15.1.6 Pflege und Betreuung

Mensch-Tier-Interaktionen: Hörnchen werden in der Regel einzeln verschickt. Man fängt sie mit der
Hand oder mit dem Kescher. Das Material der Transportkisten ist so zu wählen, dass ein Durchnagen
während des Transports ausgeschlossen ist.

Tierärztliche Betreuungshinweise: – Besonderheiten: –