Igelartige (Erinaceomorpha)

1 Familie, Igel (Erinaceidae), 10 Gattungen, 24 Arten. Kleine bis mittelgroße Säugetiere mit einer
Kopfrumpflänge bis 45 cm. Gliedmaßen kurz und unspezialisiert, Sohlen- gänger, bestachelte Haut
oder rattenähnliches Haarkleid. Dämmerungs- und nacht- aktive Insektenfresser mit hervorragendem
Geruchssinn. In kaltem Klima echte Win- terschläfer. In Zoos werden Braunbrustigel (Erinaceus
europaeus) häufig, Langohrigel (Hemiechinus) und Afrikanische Igel (Atelerix) gelegentlich
gehalten. Die Haltungsan- forderungen im Folgenden beziehen sich auf die Unterfamilie Stacheligel
(Erinacei- nae)

17.1 Gehegeanforderungen

Zumindest in der warmen Jahreszeit sollte ein Außengehege zur Verfügung stehen.
Raumbedarf
Außengehege: Sofern vorhanden, gleiche Maße wie Innengehege.
Innengehege: Für 1 – 2 Tiere 2 m2, für jedes weitere Tier 1,5 m2 mehr. Größere Flä- chen, ggf. als
Auslauf, sind wünschenswert.
Gehegeeinrichtung
Für Europäische Igel sind, wenn sie im Freien überwintern, Schutzhöhlen und Nester einzurichten.
Das Gehege ist, sofern kein Naturboden (wie gewachsen) vorhanden ist, mit Einstreu zu versehen.
Hohle Baumstämme, Kunstbauten, Steine, Wurzelstöcke
o. ä. müssen als Versteckmöglichkeiten angeboten werden.

Gehegebegrenzung
Bei einer Haltung im Außengehege ist eine ringsum geschlossene Gehegebegrenzung mit glatten Wänden
zu wählen, damit die Tiere nicht herausklettern können.

17.2 Klimatische Bedingungen

Europäische Igel sind Winterschläfer und können ganzjährig in Außengehegen gehal- ten werden.
Werden europäische Igel in wärmeren Innengehegen gehalten, findet kein Winterschlaf statt.

Langohr- und Afrikanische Igel gehen häufig in eine Sommerruhe. Bei diesen wärme- bedürftigen Arten
soll die Temperatur im Innengehege nachts nicht unter 15 °C, am Tag über 20 °C liegen. Eine
zusätzliche Wärmequelle soll vorhanden sein. Ggf. müssen die Tiere bei niedrigeren
Außentemperaturen in ein beheiztes Innengehege verbracht werden.
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17.3 Haltungsansprüche

Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Igel sind Einzelgänger. Manche Arten lassen sich jedoch bei
ausreichend Ausweichmöglichkeiten zu mehreren in einem Gehege halten. In diesen Fällen müssen
ausreichend Absperrmöglichkeiten und für jedes Tier ein eigenes Schlafhaus vorhanden sein. Bei
Aneinandergewöhnung bzw. Verpaarung ist eine Gitterabtrennung zur Kontaktaufnahme zu empfehlen.

Lebensraumbereicherung: Igel benötigen eine vertraute Umgebung. Als Lebensraum- bereicherung können
Gegenstände zum Erkunden eingebracht werden.

17.4 Tierbestandsmanagement

17.5 Fütterung/Ernährung

Geeignet sind Insekten, Mäuse, Küken, Katzenfeuchtfutter, gekochtes Ei und anderes tierisches
Eiweiß. Manche Tiere fressen gerne Obst; hier ist auf eine sparsame Fütte- rung zu achten (maximal
10 %), da sonst Durchfall auftreten kann. Igel haben eine Laktoseunverträglichkeit und dürfen daher
nicht mit Milch gefüttert werden.

17.6 Pflege und Betreuung

Mensch-Tier-Interaktionen: Igel sind in kleinen Kisten zu versenden (Einzelabteile). Während der
Ruhephase ist ein Transport ebenso wie jegliches Handling auszuschlie- ßen. Wärmeliebende Igel sind
entsprechend temperiert zu verschicken.

Tierärztliche Betreuungshinweise: Tiere aus der Wildbahn sind oft stark mit Parasiten (Flöhe,
Zecken, Milben, Eingeweidewürmer) behaftet. In diesen Fällen ist eine Ekto- und
Endoparasitenbekämpfung erforderlich.
Besonderheiten: –