Pferde

22 Unpaarhufer (Perissodactyla)
Die Ordnung der Unpaarhufer [syn.: Unpaarzeher] umfasst drei Familien, Pferde (Equidae), Nashörner
(Rhinocerotidae) und Tapire (Tapiridae), mit 17 Arten.

22.1 Pferdeartige (Equidea)

Zu den Pferdeartigen zählen Przewalskipferd (Equus przewalskii), Halbesel (Equus hemionus), Kiang
(Equus kiang), Wildesel (Equus africanus), Grevyzebra (Equus grevyi), Steppenzebra (Equus quagga)
und Bergzebra (Equus zebra). Pferdeartige sind Pflan- zenfresser, spezialisierte Lauftiere,
ausgesprochene „Fluchttiere“ und wehrhaft.

22.1.1 Gehegeanforderungen

Die Böden in den Außengehegen sollen so gestaltet sein, dass die Tiere ihr Hufhorn angemessen
abnutzen können.
Raumbedarf
Außengehege: Bei intensiv betreuter Haltung darf ein Gehege für bis zu 4 Steppenze- bras, Halbesel,
oder Wildesel 500 m2 nicht unterschreiten. Für jedes weitere Tier sind 80 m2 mehr erforderlich. Ein
Gehege für bis zu 5 Grevyzebras, Bergzebras oder Prze- walskipferde darf 1000 m2 nicht
unterschreiten. Für jedes weitere Tier benötigt man 100 m2 mehr. Für alle Equiden gilt: Wenn bei
sozialer Unverträglichkeit eine ander- weitige Unterbringung des Hengstes nicht möglich ist, ist
ein temporäres Absperrge- hege von 150 m2 mit Sichtschutz erforderlich.

Bei extensiver Haltung ist eine Mindestanzahl von 1 Hengst und 2 Stuten erforderlich und jedem Tier
sind 5000 m2 zur Verfügung zu stellen.

Innengehege: Innengehege sind für alle nicht winterharten Arten erforderlich. Mindestflächen sind
(2 x Wh)2 für 1 Einzeltier oder (2,3 x Wh)2 für 1 Stute mit Fohlen (Wh = Widerristhöhe in [m]).
Angaben ohne die Fläche für den Futterplatz.

Box [m2/Tier]

Widerristhöhe Wh [m]
1,2 1,3 1,4 1,5 1,6
5,67 6,76 7,84 9 10,24
Box
[m2/Stute mit Fohlen]
7,62 8,94 10,37 11,9 13,54

204

Bei Haltung in Einzelboxen soll, wann immer möglich, zwischen den Boxen Sicht- kontakt bestehen.
Bei Gruppenhaltung oder Aufstallung in Doppelboxen sind Absperrboxen oder Abtrennmöglichkeiten
vorzusehen. Ein Einzelstall für den Hengst muss vorhanden oder ggf. schnell einzurichten sein.

Eine Aufstallung winterharter Arten (Przewalskipferd, Halbesel, Kiang) ist nicht nötig. Zwingend
erforderlich sind in diesem Fall natürliche oder künstliche Unterstände, die allen, auch
rangniedrigen Tieren gleichzeitig Platz und eine trockene Liegefläche bie- ten. Die Mindestgröße
für den Witterungsschutz beträgt Wh2 x 3 je Tier.
Gehegeeinrichtung
Außengehege: Zur Strukturierung des Geheges sind erforderlich: verschiedene Bodentypen (Hartboden,
lockerer Sandboden), Bäume oder andere Schattenspender, Wasser- und Futterstellen,
Rundlaufmöglichkeit zum Bewegungstraining, Suhle und Scheuermöglichkeiten wie Baumstämme oder
Felsen. Grasflächen sind wünschens- wert.

Innengehege: Für jedes Tier müssen Scheuermöglichkeiten vorhanden sein.

Gehegebegrenzung
Eine Umfriedung von 1,6 m Höhe ist ausreichend. Trocken- oder Wassergräben sind auch möglich.

22.1.2 Klimatische Bedingungen

Die Stalltemperatur soll der Außentemperatur gemäßigt folgen, aber im Winter bei Zebras nicht unter
10 °C fallen. Werden winterharte Arten (Halbesel, Kiang oder Wild- pferde) in Einzelboxen
aufgestallt, müssen diese frostfrei sein.

22.1.3 Haltungsansprüche

Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Haltung als Zuchtgruppen (paarweise oder als Herde mit einem
erwachsenen Hengst), Stutengruppen oder Junggesellengruppen. Zuchthengste attackieren nicht selten
heranwachsende Junghengste und oft auch Jungstuten, so dass Junghengste und Jungstuten ggf. aus der
Herde entfernt werden müssen. Die dauerhafte Einzelhaltung erwachsener Hengste ist nicht
tiergerecht. Um die Sozialbindung von Müttern und Töchtern zu stärken, soll die Möglichkeit beste-
hen, den Hengst zeitlich begrenzt abzutrennen.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist grundsätzlich bei allen Equiden mög- lich. Zebras und
Halbesel werden z. B. mit Straußen oder anderen Huftieren gehalten. Die Vergesellschaftung ist aber
nicht immer unproblematisch. Beeinflussende Fakto-

ren sind u. a. Art und Alter der vergesellschafteten Tiere, die Gehegegröße und -struk- tur sowie
insbesondere die individuellen Charaktere der Tiere. Auf allgemeine und individuelle
Verträglichkeit ist daher zu achten.

Lebensraumbereicherung: Vergesellschaftung mit anderen Arten.
22.1.4 Tierbestandsmanagement

22.1.5 Fütterung/Ernährung
Geeignete Futtermittel sind Grünfutter bzw. Heu, Kraftfutter auf Getreidebasis sowie Saftfutter
(Rüben, Möhren u. a.). Auf eine ausreichende Menge an kaufähigem Raufut- ter ist zu achten. Die
Tiere sollen für mindestens zwölf Stunden täglich Zugang zu Raufutter haben.

Die Futter- und Wasserstellen sollen sich in Bodennähe befinden, um der natürlichen
Fütterungshaltung der Tiere entgegen zu kommen. Sie sollen möglichst weit vonein- ander entfernt
angelegt werden, um die Bewegung der Tiere anzuregen.
22.1.6 Pflege und Betreuung

Mensch-Tier-Interaktionen: – Tierärztliche Betreuungshinweise: –
Besonderheiten: –